Die Geschichte - Bruderschaft St. Christoph
Inhaltsverzeichnis
Die Bruderschaft St. Christoph am Arlberg
Gründung durch Heinrich Findelkind 1386
Das Hospiz und die Kirche
Blüte unter Jakob Feuerstein
Kaiser Josef II und die Folgezeit
Die Erneuerung der Bruderschaft
Der amtierende Bruderschaftsrat 1999 - 2007
Bildergalerie
Alle Auszüge aus »Die Bruderschaft St. Christoph am Arlberg« mit freundlicher Genehmigung des Verfassers.
© Hans Thöni, Bruderschaftsrat 1987 - 1998; A-6713 Ludesch, Walgaustraße 270
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Die Erneuerung der Bruderschaft

Im Jahre 1959 stand also neben dem neuen Hospizhotel immer noch die traurige Kapellenruine. Jedermann empfand diesen Zustand beschämend, auch der Besitzer des Hotels, Arnold Ganahl. Der Industrielle aus Feldkirch suchte nach Möglichkeiten, die Kapelle wieder instandzusetzen. Kaplan Richard Robin, ein Patenkind Ganahls, griff dieses Anliegen auf und beriet sich mit seinem Freund, Generalvikariatsrat Monsignore Dr. Johannes Schöch. Der bekannte Historiker erinnerte sich der einstigen Bruderschaft St. Christoph und plädierte für die Wiedererrichtung derselben.

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Bundeskanzler Klaus mit Arnold Ganahl, 1968

Auf der Suche nach Dokumenten der einstigen Bruderschaft besuchte Kaplan Robin das Pfarramt St. Jakob. Dort lagen alle wichtigen Gründungsdokumente, darunter die berühmte Gründungsbulle von Papst Bonifaz IX, der Schenkungsbrief von Herzog Leopold von Österreich sowie einige Ablassbriefe.

Nach Kenntnis der einstigen Bestrebungen der Bruderschaft, wurden die Ziele der neuen Bruderschaft abgesteckt. Zunächst musste Punkt 1 der Ziele der Bruderschaft erfüllt werden - der Wiederaufbau der Kapelle. Im Herbst 1961 war die Kapelle wiederhergestellt, die finanzielle Starthilfe dazu hatte Arnold Ganahl gegeben.

Indessen hatte der damalige Bischof von Tirol, Dr. Paul Rusch, die Wiedergründung der Bruderschaft mit Dekret vom 3. Oktober 1961 besiegelt. Es war die Arbeit weniger eifriger Helfer, welche die Fertigstellung der Kapelle für die feierliche Einweihung am 7. Jänner 1962 zustande brachten.

Nach der erwähnten feierlichen Einweihung der Kapelle am 7. Jänner 1962 begann die Aufnahme der Bruderschaftsmitglieder. Hier seien jene Kernsätze wiedergegeben, die Ziel und Zweck der Bruderschaft umreißen:

Durch ein Werk christlicher Nächstenliebe soll das von Heinrich Findelkind schon 1386 begonnene Werk der mildtätigen Hilfe für Reisende und Herbergesuchende in einer unserer Zeit entsprechenden Form weitergeführt werden: Durch einen finanziellen Jahresbeitrag, der durch den Bruderschafts-Rat festgesetzt wird, ermöglichen die Mitglieder der Bruderschaft wie von altersher die Errichtung des Wohltätigkeitsfonds.

Aus diesem Fond soll ermöglicht werden:

1. Der Unterhalt der altehrwürdigen Bruderschaftskirche zu St. Christoph a. Arlberg als Zentrum der seelsorglichen Aufgaben, die der Bruderschaft gestellt sind:

a) in der Sorge um die Gottesdienste und Sakramentenspendung für die Bewohner, für die Berufstätigen, für die Urlauber und Gäste in St. Christoph und im ganzen Arlberggebiet;

b) in der Besorgung einer jährlich vorzunehmenden Autoweihe im Rahmen des Hauptfestes der Bruderschaft am Christophorus-Tag (resp. am unmittelbar vorausgehenden oder folgenden Sonntag);

c) im Gebet und Gottesdienst für die Opfer des Straßenverkehrs und der Berge sowie für die verstorbenen Mitglieder der Bruderschaft.

2. Jährlich vorzunehmende caritativ-soziale Leistungen nach Beschlüssen des Bruderschaftsrates.

3. Die Pflege der Bruderschaftstradition, die auf das Jahr 1386 zurückgeht.

Die alljährliche Autoweihe in St. Christoph ist also offizieller Treffpunkt der Arlberg-Anrainer. Beim anschließenden Bruderschaftstag im Hospiz werden die freundnachbarlichen Beziehungen gepflegt und vertieft.

Mit dem Ansteigen der Mitgliederzahl und den damit verbundenen höheren Beitragseinnahmen konnte die Bruderschaft an größere Aufgaben herantreten. War es bis 1976 die Unterstützung der Hinterbliebenen von Verkehrsopfern am Arlberg, so waren es 1977 die Übernahme von Patenschaften für 14 Kinder, deren Väter beim Bau des Arlbergtunnels den Tod gefunden hatten.

Im Jahr 1978 übernahm die Bruderschaft zusätzlich die Patenschaft für weitere 8 Waisenkinder, deren Väter bei der Schneeräumung am Arlberg umgekommen bzw. arbeitsunfähig geworden waren. Die Unterstützung für jedes dieser Kinder umfasst den einmaligen Betrag von S 20.000, - und im weiteren S 1.000, - pro Monat bis zur Volljährigkeit. Die Bedürftigkeit wird von der Bruderschaft einvernehmlich mit der Wohngemeinde festgestellt.

In den Jahren zwischen 1979 und 2001 nahm die Versorgung bedürftiger Menschen ständig zu. Bis zum Jahresende 2002 wird die Gesamthöhe der ausbezahlten Hilfsgelder über 100 Millionen Schilling oder 7,3 Millionen Euro betragen.

Die war nur mit einer großen Zahl von Bruderschaftsmitgliedern und deren Opferbereitschaft möglich. Bis zum Jahresende 2001 stieg die Mitgliederzahl auf über 13.500 an, der Zustrom zur Bruderschaft ist ungebrochen. Der Bruderschaftsrat glaubt, mit der möglichst gerechten Verteilung der Geldmittel im Sinne christlicher Nächstenliebe zu handeln.

Helfen wir alle zusammen, die wir dieser Bruderschaft angehören dürfen, dass der Bibelspruch in St. Christoph und überall Wirklichkeit sei und bleibe:

"Seht wie gut und erfreulich ist es, einträchtig unter Brüdern zu weilen"