Die Geschichte - Bruderschaft St. Christoph
Inhaltsverzeichnis
Die Bruderschaft St. Christoph am Arlberg
Gründung durch Heinrich Findelkind 1386
Das Hospiz und die Kirche
Blüte unter Jakob Feuerstein
Kaiser Josef II und die Folgezeit
Die Erneuerung der Bruderschaft
Der amtierende Bruderschaftsrat 1999 - 2007
Bildergalerie
Alle Auszüge aus »Die Bruderschaft St. Christoph am Arlberg« mit freundlicher Genehmigung des Verfassers.
© Hans Thöni, Bruderschaftsrat 1987 - 1998; A-6713 Ludesch, Walgaustraße 270
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Kaiser Josef II und die Folgezeit

Mit dem Tod der Kaiserin Maria Theresia, sie starb 1780, ging es auch mit der Bruderschaft zu Ende. Der Sohn Maria Theresias, Kaiser Josef 11., löste im Zuge seiner großen Neuerungen auch die St.-Christoph-Bruderschaft au£ Der seinerzeitige Salzfaktor und Pächter des Hospizes, Michael Matt, kaufte im Jahre 1792 das an den Staat gefallene Hospiz um 1756 Gulden zurück und wurde somit erster privater Besitzer des Hospiz St. Christoph.

Für das Hospiz folgte - unterbrochen vom napoleonischen Krieg eine kurze Blütezeit, welche jedoch nur bis ca. 1850 währte. Der Bau der bayerischen Eisenbahnen sowie anderer - den Arlberg umfahrenden und günstigeren Straßen - brachte für den Arlbergverkehr und damit für St. Christoph den Niedergang. Die zusehends schlechter werdende Lage ist auch aus der Geschichte der Hospizwirte ersichtlich.

Den letzten Rest von Reisenden hatte die neue Arlbergbahn ab 1884 der Straße abgenommen. Das oft leerstehende Gebäude diente als Unterkunft für fahrendes Volk und Wanderer.

Im Sommer 1898 wurde das Hospiz wieder instand gesetzt und der Postmeister verpflichtete sich, es gegen eine ihm von beiden Ländern auszuzahlende Subvention zu bewirtschaften. Im Herbst 1898 übernahm Oswald Trojer die Bewirtschaftung als Pächter.

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Hospizwirt Oswald Trojer am Trichtergrammophon, 1910

Mit der Jahrhundertwende kam ein unerwarteter, aber umso erfreulicherer Umschwung. Schon seit einigen Jahren waren einzelne Schifahrer auf den Arlberg gekommen und hatten hier ihre Spuren in den Tiefschnee gezeichnet, sie übernachteten im Hospiz. Mehrere dieser Schifahrer hatten sich am 3. Jänner 1901 zusammengefunden und gründeten im alten Hospiz den Schiclub Arlberg. Das Gründungsdokument war ein Tischtuch. Auch das ehrwürdige Kirchlein erfuhr eine Renovierung. Der Bildhauer Alois Gröbner aus Pettneu ergänzte die Christophorusstatue, welche wie bereits erwähnt, in der Vergangenheit von den "Schwabenkindern" stark abgeschnitzelt worden war. Sie hatten die Holzsplitter gegen Heimweh ins Schwabenland mitgenommen.

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Schifahrer mit Einstock vor dem Hospiz, um 1900

Noch vor dem Ersten Weltkrieg wurde das Hospiz von Ottilie Fritz, der später verh. Frau Kusche, aus Bings bewirtschaftet. In Bings wurde diese Frau als die Christoph Tante bezeichnet.

Im Jahre 1929 wurde das Hospiz ausgebaut und erhielt 20 Fremdenbetten mit Zentralheizung, die Planung erfolgte durch Architekt Clemens Holzmeister.

In den Jahren 1935 und 1936 fanden in St. Christoph die ersten Autoweihen statt. Sie wurden vom damaligen Fürstbischof Dr. Siegmund Weitz vorgenommen. 1937 war eine Autoweihe aus politischen Gründen nicht mehr möglich.

Die Besitzer des Hospiz waren ab 1929 das erwähnte Paar Karl und Ottilie Kusche, welches in St. Anton auch das Hotel Alpenrose führte. Da ihr einziger Sohn Walter Christoph im Jahr 1941 vor Leningrad fiel, verkaufte die Familie Kusche das Hospiz nach dem Krieg an die Familie Canal in Imst. In der Friedenszeit wurde das alte Hospiz das Ziel vieler Besucher.

Im Jahre 1956 wurde das Hospiz vom Feldkircher Industriellen Arnold Ganahl gekauft. Aus unbekannten Gründen brannte das ehrwürdige alte Hospiz samt Kirchlein in der Nacht vom 6. auf 7. Jänner 1957 ab. so schmerzlich der Verlust der alten Kapelle und der Hospizes auch war, so war dieses Ereignis doch das Signal für einen neuen Anfang.

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Der Brand des Hospiz in der Dreikönigsnacht 1957

Am Wiederbeginn nach dem Brand standen tatsächlich die Ruinen. Hospiz und Kapelle lagen in Schutt und Asche. Von den altehrwürdigen Bauten blieben nur die Außenmauern stehen, von der Kapelle blieb auch das Kellergewölbe erhalten.

In der Kapellenruine lag ein verkohlter Holzstumpf, Rest der großen Christophorusstatue, einstiges Symbol der Bruderschaft.

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Die Holzstatue des heiligen Christophorus

Während das neue Hospizhotel in den folgenden Jahren von 1957 bis 1959 - etwas nach Süden abgerückt - wieder aufgebaut wurden, blieb die Kapelle vorerst noch Ruine, wohl aber wurden die alten Mauern gegen den weiteren Verfall geschätzt.