Die Erneuerung der Bruderschaft
Im Jahre 1959 stand also neben dem neuen Hospizhotel immer noch die traurige Kapellenruine.
Arnold Ganahl, Stefan Kruckenhauser und Kaplan Richard Robin suchten nach Möglichkeiten, die Kapelle wieder aufzubauen und gingen an die Wiedergründung der einstigen Bruderschaft.
Bundeskanzler Klaus mit Arnold Ganahl, 1968
Auf der Suche nach Dokumenten der einstigen Bruderschaft besuchte Kaplan Richard Robin das Pfarramt St. Jakob. Dort lagen wichtige Gründungsdokumente, darunter die berühmte Gründungsbulle von Papst Bonifaz IX zum Bau der Kapelle, der Schenkungsbrief von Herzog Leopold III von Österreich zum Bau der Herberge, sowie einige Ablassbriefe.
Nach Kenntnis der einstigen Bestrebungen der Bruderschaft, wurden die Ziele der neuen Bruderschaft abgesteckt. Zunächst musste Punkt 1 der Ziele der Bruderschaft erfüllt werden - der Wiederaufbau der Kapelle. Im Herbst 1961 war die Kapelle wiederhergestellt, die finanzielle Starthilfe dazu hatte Arnold Ganahl gegeben.
Der damalige Bischof von Tirol, Dr. Paulus Rusch, hat die Wiedergründung der Bruderschaft mit Dekret vom 3. Oktober 1961 besiegelt. Die Einweihung der wiedererrichteten Kapelle war am 7. Jänner 1962.
Nach der erwähnten feierlichen Einweihung der Kapelle begann die Aufnahme von Bruderschaftsmitgliedern.
Hier seien jene Kernsätze wiedergegeben, die Ziel und Zweck der Bruderschaft umreißen:
Durch ein Werk christlicher Nächstenliebe soll das von Heinrich Findelkind schon 1386 begonnene Werk der mildtätigen Hilfe für Reisende und Herbergesuchende in einer unserer Zeit entsprechenden Form weitergeführt werden: Durch einen finanziellen Jahresbeitrag ermöglichen die Mitglieder der Bruderschaft wie von altersher die Errichtung eines Wohltätigkeitsfonds.
Aus diesem Fond soll ermöglicht werden:
1. Der Unterhalt der altehrwürdigen Bruderschaftskapelle zu St. Christoph auf dem Arlberg als Zentrum seelsorglicher und karitativer Aufgaben, die der Bruderschaft gestellt sind.
2. Durchführung einer jährlich vorzunehmenden Autosegnung im Rahmen des Hauptfestes der Bruderschaft im Sommer.
3. Gebet und Gottesdienste für die Opfer des Straßenverkehrs und der Berge und für die verstorbenen Mitglieder der Bruderschaft.
4. Ausbau der sozial karitativen Unterstützungen - hauptsächlich für Familien mit Kindern, die in finanzieller Not sind.
5. Pflege der Bruderschaftstradition, die auf das Jahr 1386 zurückgeht.
Die alljährliche Autosegnung in St. Christoph ist also offizieller Treffpunkt der Brüder und Schwestern. Beim anschließenden Bruderschaftstag im Hospiz werden die bruderschaftlichen Beziehungen gepflegt und vertieft.
Mit dem Ansteigen der Mitgliederzahl und den damit verbundenen höheren Beitragseinnahmen konnte die Bruderschaft an größere Aufgaben herantreten. War es bis 1976 die Unterstützung der Hinterbliebenen von Verkehrsopfern am Arlberg, so war es ab 1977 die Übernahme von Patenschaften für die Kinder, deren 14 Väter beim Bau des Arlbergtunnels den Tod gefunden hatten. Die Unterstützung für jedes dieser Kinder umfasste den Betrag von ÖS 1.000.- monatlich bis zur Volljährigkeit.
Seit 1977 nahm die Versorgung bedürftiger Menschen ständig zu. Bis zum Jahre 2011 wurden bereits 11,5 Millionen Euro als Hilfe ausbezahlt. Derzeit hat die Bruderschaft mehr als 18.600 Mitglieder.
Helfen wir alle zusammen, die wir dieser Bruderschaft angehören, dass der Bibelspruch in St. Christoph und überall Wirklichkeit sei und bleiben möge:
"Seht wie gut und erfreulich ist es, einträchtig unter Brüdern zu weilen"







